Viele Infekte im Winter – und neue Daten zu Pilzen
Alexander WauryKurz & einfach erklärt:
Im Moment sind in Deutschland sehr viele Menschen erkältet oder an der Grippe erkrankt. Nach Angaben des Robert Koch-Institut (RKI) waren Anfang Februar rund 7,5 Millionen Menschen gleichzeitig von Atemwegsinfekten betroffen.
Am häufigsten ist derzeit die Grippe (Influenza). Danach folgen andere Erkältungsviren wie saisonale Coronaviren und das sogenannte RSV-Virus. RSV ist besonders für kleine Kinder gefährlich, weil es schwere Atemprobleme verursachen kann.
Das Coronavirus (SARS-CoV-2) spielt im Moment nur noch eine kleine Rolle.
Was sagen neue Studien zur Grippe-Impfung?
Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung aus den USA hat geprüft, wie gut der neue Grippe-Impfstoff gegen eine leicht veränderte Virus-Variante wirkt.
Das Ergebnis:
Der Impfstoff schützt nicht perfekt, aber er wirkt teilweise auch gegen die neue Variante. Das ist wichtig, weil sich Grippeviren ständig verändern.
Die Studie ist allerdings noch nicht endgültig geprüft (sie ist ein sogenannter Preprint). Das bedeutet: Die Ergebnisse gelten als vorläufig.
Neue Daten zu Pilzinfektionen
Neben Viren beobachten Fachleute auch sogenannte Pilzinfektionen genauer. Auch hier veröffentlicht das Robert Koch-Institut erstmals umfangreiche Daten.
Die gute Nachricht:
Resistenzen gegen wichtige Medikamente sind bislang selten.
Das bedeutet: Die meisten Pilzinfektionen lassen sich weiterhin gut behandeln.
Allerdings wurden in den letzten Jahren mehr Pilzinfektionen gemeldet. Deshalb betonen Fachleute, dass eine dauerhafte Überwachung wichtig bleibt.
Warum ist das wichtig?
Infektionskrankheiten verändern sich ständig. Viren entwickeln neue Varianten. Auch Pilze können mit der Zeit unempfindlich gegen Medikamente werden.
Darum sammeln Institute wie das Robert Koch-Institut regelmäßig Daten. Nur so können Therapien und Impfstoffe angepasst werden.
Ausführliche Version:
Pilzresistenz und Grippewelle: Neueste Forschungsergebnisse
Das Robert Koch-Institut (RKI) hat erstmals umfangreiche Daten zur Entwicklung von Pilz-Resistenzen in Deutschland veröffentlicht. Demnach ist der generelle Widerstand gegen Antimykotika noch gering: 2024 lagen die Resistenzanteile nur bei 0,3–1,9 % für Echinocandine und 0,4–16,6 % für Azole. Einrichtungen, die kontinuierlich Daten lieferten, meldeten jedoch deutlich mehr Pilzinfektionen (ambulanter Anstieg um 31 %, stationär um 14 %). Interessant ist, dass die Fluconazol-Resistenz bei N. glabratus (früher C. glabrata) rückläufig ist, während sie bei C. tropicalis zunimmt – ein Hinweis darauf, dass die Überwachung fortgesetzt und ggf. Therapieempfehlungen angepasst werden muss.
Gleichzeitig registriert das RKI eine ausgeprägte Atemwegssaison: Anfang Februar 2026 sind etwa 7,5 Mio. Menschen erkrankt (~9.000 je 100.000 Einwohner). Die Verteilung der Erreger ist typisch saisonal: Influenza‑A/B-Viren machen rund 57 % der akuten Infekte aus, gefolgt von saisonalen Coronaviren (20 %) und RSV (13 %). Die RSV-Welle hat Mitte Januar begonnen – die wöchentlichen Fallzahlen stiegen zuletzt von etwa 3.800 auf 4.400. Die Hospitalisierungen (v.a. bei Kindern) sind hoch, doch der COVID-Anteil bleibt mit ~1 % vernachlässigbar. Diese Daten stammen von der GrippeWeb- und AGI-Erhebung des RKI, die wöchentlich aktualisiert werden.

Die hohe Aktivität der Grippewelle wirft Fragen nach dem Impfschutz auf. Ein aktueller Preprint aus den USA (Jiaojiao Liu et al.) untersuchte, ob der 2025/26-Grippeimpfstoff gegen die neue H3N2-Subvariante K wirksam ist. Das Ergebnis: In vielen Geimpften wurden Antikörper gegen diese Variantengruppe gefunden – der Impfstoff scheint also „zumindest teilweise wirksam“ zu sein. Nach der Impfung erreichten etwa 70 % der Probanden einen schützenden Antikörperspiegel gegen den Impfstoffstamm und rund 40 % dagegen gegen den Subklade-K-Erreger. Trotz mutierter Viren bleibt der Schutz also nicht ganz aus. Allerdings basiert diese Studie auf einem kleinen Datensatz und ist noch nicht peer-reviewed, sodass ihre Ergebnisse vorläufig sind.
| Erreger (Atemwegsinfekte) | Anteil Feb 2026 (%) | Vorwoche (%) |
|---|---|---|
| Influenza A/B | 57 % | 63 % |
| Saisonale Coronaviren | 20 % | 15 % |
| Respiratorischer Syncytial-Virus (RSV) | 13 % | 5 % |
| Rhinoviren | 9 % | 10 % |
| Humane Metapneumoviren | 4 % | 2 % |
| Andere / nicht spezifiziert | 2 % | 5 % |